Pfeffer: 4000 Jahre weltweite faszinierende Geschmacksexplosion

 

Pfefferfaszination: Wissen, Ideen und Unbekanntes über das Supergewürz. © Copyright Bettina Katscher 2021
© Copyright Bettina Katscher 2021, Pfeffer mit Wacholder

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Alltagsheld Pfeffer

Dieser Blogbeitrag soll dir zeigen, wie faszinierend Pfeffer ist! Leider fristet er meist ein ziemlich unterrepräsentiertes Leben. Gemahlen, in Plastik eingepackt, irgendwo in der hintersten Ecke im Gewürzregal verstaut, oft “einfach so” benutzt und billig gekauft.

Und zum Glück immer häufiger heiß begehrt! Denn Pfeffer schafft es allmählich in die “Sich-Auskennen”-Liga ähnlich wie Olivenöl, Wein, Kaffee oder Tee. Pfeffer ist extrem vielseitig und hat es verdient, richtig wertgeschätzt zu werden. Sicher kennst du das auch: Das, was scheinbar alltäglich ist, ist einfach normal. Umso schöner, wenn Menschen sich für das Alltägliche interessieren und ihm einen ehrwürdigen Platz im (Alltags)-Leben schaffen und neue Geschäftsideen um Pfeffer wie bei “Hennes Finest” aus Köln entstehen.

Über Pfeffer gibt es so viel Wissen, das besonders in Buchform allerdings gar nicht so einfach zu finden ist. Ein sehr umfangreiches, detailgenaues Buch mit wissenschaftlichem Charakter ist jedoch “Pfeffer Geschichten um Macht, Gier und Lust” von Nathalie Pernstich-Amend und Konrad Pernstich (mandelbaum verlag). Es zeigt spannend, welche Macht Pfeffer hatte: Wegen ihm wurde erstmals Afrika umsegelt, Kriege geführt und die Weltkarte neu gezeichnet.

Pfeffer ist sehr vielseitig. Die äußerst unterschiedlichen Düfte, Farben, Formen und Geschmacksnoten machen das Gewürz, das ursprünglich von der Malabarküste in Südindien stammt, machen es zu etwas ganz Besonderem.

Von Indien in die ganze Welt

Seit Jahrtausenden sind Gewürze dafür bekannt, als Opfergaben Götter wohlzustimmen. Räucherwerk ist ein wichtiger Teil davon. Archäologische Funde beweisen, dass schon vor 1000 v. Chr. im Neuen Reich des Alten Ägypten Pfeffer verwendet wurde und auch bei den mumifizierten Pharaonen gefunden wurde.

Indische Gewürze wie hauptsächlich auch der Pfeffer kamen erst ca. 500 v. Chr. nach Europa. Persische Händler verkauften Gewürze an in Kleinasien beheimatete Griechen sowie an Phönizier in der Levante. Diese wiederum verkauften ihre exotischen Waren weiter nach Kathargo, Athen und nach Sizilien. Man vermutet sogar, dass sie bis nach Marseille gebracht wurden.

Zunächst war der europäische Markt für Indien als Handelszentrum relativ unbedeutend. Das immer größer werdende Interesse an Pfeffer und Gewürzen stieg im Laufe der Menschheitsgeschichte an. Dadurch entstanden die ältesten Handelsbeziehungen der Welt. Pfeffer hat seinen Siegeszug nicht nur in die Küchen dieser Welt, sondern früher auch in die Apotheken und dann auch in die Parfümlabore geschafft.

11 überraschende Fakten über Pfeffer

  1. Es gab Zeiten, da wurde Pfeffer mit Gold aufgewogen.
  2. Den Pfeffer am besten trocken und dunkel aufbewahren. Pfeffer ist ein Naturprodukt und sollte gut behandelt werden. Unmengen braucht eigentlich niemand, lieber kleinere Mengen kaufen und die zeitig aufbrauchen. Dann bleibt der Pfeffer auch schön frisch.
  3. Natürlich muss jeder für sich entscheiden, welchen Pfeffer er mag. Gemahlene Pfeffer können allerdings Zusatzstoffe wie Trennmittel oder Rieselhilfen enthalten. Bei ganzen Körnern ist man auf der sicheren Seite.
  4. Geschmacksnoten: Fast unzählbar! Es ist ein bisschen wie mit Tee, Olivenölen oder Tee: Man muss seine Geschmackssinne und auch seine Nase trainieren, um die teilweise feinen Unterschiede kennenzulernen und zu bemerken. Die Pfeffer-Geschmacks- und Geruchsnoten reichen von fruchtig, blumig, erdig, kräftig, warm, beerig, zitronig bis sogar süss.
  5. Pfeffer wird noch immer von Hand geerntet.
  6. Piper nigrum, so der botanische Name des Pfeffers, ist eine Kletterpflanze. Piperaceae als Bezeichnung für die Pflanzenfamilie stammt aus dem Sanskrit (“pippal”). Damit war sowohl die Pflanze als auch die Frucht des langen Pfeffers gemeint.
  7. Cayennepfeffer ist eigentlich kein Pfeffer, sondern besteht aus gemahlenen Chilischoten.
  8. Weitere essbare Pfefferpflanzen sind u.a. Piper aduncum, Piper auritum oder Piper betel. Oft kommen sie jedoch nur in ihren Anbaugebieten wie Mexiko, Mittelamerika oder Asien vor
  9. Es gibt unzählige falsche Pfeffer, die aber echte Gewürze sind und ebenfalls toll schmecken: Chili, Mönchspfeffer, Paradieskörner, Piment, rosa Pfeffer, Selimpfeffer.
  10. Es gibt Pfeffersorten, die zu den teuersten Gewürzen der Welt zählen, so z.B. der Tasmanische Pfeffer oder auch der unechte Pfeffer.
  11. Das Allroundtalent Pfeffer passt sowohl zu deftigen als auch zu süssen Speisen (siehe die Rezepte im nächsten Kapitel).

Gegensätze ziehen sich an: 2 ungewöhnliche Rezepte mit Pfeffer

Neulich habe ich, inspiriert von meiner Super-Freundin (die auch Bettina heisst und immer ganz tolle kulinarische Ideen, ein Händchen für Tischkultur hat, hach, und auch noch eine tolle Gastgeberin ist), ein zunächst mal widersprüchlich erscheinendes Pfeffer-Rezept für Nachtisch ausprobiert. In diesem Fall bestand der Nachtisch schlicht aus Erdbeeren (die übrigens auch mit Lavendel super schmecken).

  1. Das Pfeffer-Dessert-Rezept geht so: Pfeffer, Kristallzucker, Kardamom, Salz, Muskat und Tonkabohne in einem Mörser oder Gewürzmühle mahlen. Dann einfach über den Nachtisch streuen –  fertig ist das leckere Dessert-Geschmackswunder.
  2.  Heiße Schokolade mit Pfeffer (stammt ursprünglich in einer anderen Form von den Maya und Azteken): 2 EL dunkles Kakaopulver, 1 EL brauner Zucker (wer mag auch mehr), Mark      von 1/4 Vanilleschote, 2 feingemahlene Pimentkörner, etwas Chilipulver, 10 g dunkle Schokolade, 400 ml Milch. Die Gewürze, das Kakaopulver und den Zucker in einem kleinen Topf zusammen mit ein bisschen kalter Milch gut verrühren. Dann die restliche Milch dazugeben und alles ständig mit einem Schneebesenrühren, bis alles einmal aufgekocht ist. Den Topf vom Herd nehmen und die Schokolade darin schmelzen. Am allerbesten heiß trinken.

Weitere Pfeffer-Gewürzfotos findest du z.B. hier in meinem Blog. Viel Spaß beim Ausprobieren vielleicht sogar von noch unbekannten Pfeffersorten und -rezepten. Auf jeden Fall hoffe ich, dass ich deine Pfeffer-Liebe wecken konnte. Seine sagenhafte Vielseitigkeit macht ihn zum Liebling für Foodies weltweit.

P.S.: Da ist mir gerade etwas eingefallen: Gibt es eigentlich Pfeffer-Eis? Vielleicht sollte ich das mal selbermachen und probieren.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Bettina

    Hey, Danke für das große Kompliment, liebe Bettina! Bin ganz rot angelaufen. Das pfeffrig-würzige Erdbeer-Rezept ist einfach zu machen und köstlich aber ich hab’s ehrlicherweise nicht erfunden, es ist alles nur geklaut… 😉 aber freut mich, dass du es hier teilst, du Liebe! Guten Appetit an alle Nachahmer,
    auch Bettina ❤️

    1. Bettina K.

      Meine liebe Bettina,
      das ist wirklich sehr sehr lieb von dir ❤️. Oooh, aber es stimmt einfach, was ich zu dir geschrieben habe ❤️. Macht ja nichts wegen dem Rezept, habe ich ja selbst “nachgebaut” (grins). Ganz liebe Grüße, Bettina

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