Ein Interview mit Yogalehrerin Larissa: Love, peace und freedom mit Yoga-Power

Eine Yogalehrerin, die Yoga macht mit Yogakleidung mit Lotusblüte und Yogablöcken sowie Wandbeleuchtung in Lila. © Copyright Bettina Katscher 2021
© Copyright Larissa von Seydlitz 2021

Schau auch mal hier:

https://www.yogananda-dreieich.de/

https://www.meineliebelei.de/

https://www.namastetics.com/

https://www.burningbuddha.de/

Entspannt, zufrieden und im Flow

Da so viele Menschen gestresst sind, habe ich mir gedacht, ein Interview mit einer Yogalehrerin und Studiogründerin aus dem Frankfurter Raum zu posten. Denn Yoga ist ein super Anti-Stress-Garant. Und vielleicht hast du auch überlegt, eine Yogaausbildung zu absolvieren oder suchst einen Weg, wie du körperlich, geistig und seelisch wieder richtig ins Gleichgewicht kommst?

Yoga ist weitaus mehr als Entspannung. Denn es kann richtig anstrengend und schweißtreibend sein! Wahrscheinlich denken viele Menschen immer noch, dass Yoga wenig mit Bewegung zu tun hat, weil viele Yogis und Menschen, die Yoga praktizieren so happy und relaxt aussehen.

Das Shavasana, also der Entspannungsteil nach den Yogaübungen, ist eine wohl verdiente und erprobte Methode, um richtig tiefenentspannt aus dem Flow zu gehen. Damit kann man wirklich komplett eins werden mit sich und der Welt. Vielleicht sehnst du dich auch danach?

Spätestens durch Home Office, den eingeschränkten Möglichkeiten außerhalb der eigenen vier Wände und dem natürlich nicht gesunden, vielen Sitzen zeigt der Körper sehr deutlich, dass ihm  umfassende Bewegung fehlt. Yoga ist eine gute Möglichkeit, den gesamten Bewegungsapparat zu trainieren, innerlich richtig runterzukommen und dabei auch noch negative Gedanken loszuwerden. Denn durch die aufeinanderfolgenden Yogaübungen wird zusätzlich Stress abgebaut. Innen und Außen können wieder in Einklang geraten. Darüber habe ich hierhttps://www.silver-caramel.de/aufraumen-innen-und-aussen-reloaded-3-ultimative-tipps/ im Blog auch schon mal geschrieben. Und wer braucht das nicht?

Was Yoga alles kann

Hier möchte ich auf einige wichtige Punkte eingehen, wie positiv Yoga wirken kann:

  1. Die Energie wird erhöht und Stress verringert. Durch die verschiedenen Methoden wie Asanas (Übungen), Pranayama (Atemübungen) und Meditation wird der Teil des Gehirns, der für Entspannung zuständig ist, der Parasympathikus, angeregt. Dadurch wird das Stresshormon Cortisol gesenkt. Entspannung ist wichtig, damit sich der Körper und die Seele regenerieren können. Durch die Übungen kann die Blutzirkulation angeregt und der Hormonhaushalt ausgeglichen werden. Außerdem kann das Herz gestärkt werden. Das Gehirn wird durch die Übungen mit mehr Sauerstoff versorgt.
  2. Der Entgiftungsprozess wird angeregt: Durch Drehbewegungen werden Leber und Nieren aktiviert und mit frischem Blut versorgt. Durch die Atemübungen werden Giftstoffe ausgeatmet. Auch der Darm kann aktiviert werden, so dass unser Immunsystem in Schwung kommt. Wer schweißtreibendes Yoga praktiziert, scheidet auch über die Haut Giftstoffe aus
  3. Muskeln werden gestärkt: Yoga kann in all seinen Varianten Muskeln stärken. Dabei wird die Schwere des eigenen Körpers genutzt. Wer z.B. den Krieger II mehrfach hintereinander ausgeübt hat, der weiß, wie anstrengend das sein kann! 90 Minuten umfassendes und vielseitiges Yoga zu praktizieren trägt dazu bei, alle Muskeln zu benutzen. Die meisten Übungsmuster zielen darauf ab. Daher gibt es beim Yoga auch weniger Über- oder gar Fehlbelastungen.
  4. Fitness für den Rücken: Weil bei Yoga der Körper durchgedehnt wird, wirkt sich das auch positiv auf die Faszien aus. Diese sind Bindegewebshäute und umschließen Knochen, Organe,  das Gehirn und Rückenmark. Werden sie nicht genug trainiert, verkleben sie, was Schmerzen und Durchblutungssötrungen sowie Unbeweglichkeit zur Folge haben kann.
  5. Happyness und Ausgeglichenheit: Der Ansatz ist, dass wir lernen müssen, unsere Bedürfnisse wahrzunehmen, ohne diese zu beurteilen. Durch Yogaanleitungen können wir das aber erlernen und uns auch in anderen Situationen daran erinnern. Es geht um einen wohlwollenden Umgang mit uns und anderen. Manchmal sind die Übungen so komplex, weil du gleichzeitig auf Haltung, Atmung und Balance achten musst, so dass du manchmal denkst, puh, ich schaffe das nicht. Es macht natürlich stolz, wenn du merkst, dass Übungen, die dich wirklich an deine Grenzen gebracht haben, mit der Zeit immer besser funktionieren. Yoga hat auch etwas mit Dankbarkeit und Ehrfurcht der Welt gegenüber zu tun.

Es macht mich happy, dass ich der Studiogründerin und Yogalehrerin Larissa ein paar Fragen über ihr Metier stellen konnte. Aufgrund der Pandemie fand der Austausch per E-Mail statt.

15 Fragen an Larissa über Selbständigkeit, Herausforderungen und Hoffnung

1. Was bedeutet eigentlich der Name deines Studios „Yogananda“?

Der Name YOGĀNANDA ist eine Verbindung aus den beiden Wörtern Yoga und Ananda. Yoga kommt aus dem Sanskrit und bedeutet soviel wie „zusammenbinden“ oder „anjochen“. Ananda ist ein Name und bedeutet Glückseligkeit – das nächste Ziel des Yogaweges.

2. Wann hast du denn das Studio eröffnet?

Im Sommer 2014 habe ich das Pop-Up Yogastudio YOGĀNANDA Dreieich in Dreieich-Sprendlingen eröffnet.

Fast vier Jahre später im März 2018 sind wir in der Fahrgasse 27 in Dreieichenhain sozusagen „sesshaft“ geworden.

3. Was ist die größte Herausforderung jetzt in der Pandemie?

Ich finde, dass die größte Herausforderung darin besteht, diszipliniert zu bleiben. Für mich bedeutet das, meinen Tag weiterhin zu strukturieren. Das beinhaltet neben der Pflege von Haushalt, Ehe, Kindern und Haustieren meiner eigenen Yogapraxis treu zu bleiben. Sie erdet und zentriert mich immer wieder und lehrt mich, auch oder vor allem in schwierigeren, anspruchsvolleren Zeiten im Hier und Jetzt zu bleiben. Ich richte den Fokus auf die Gegenwart und erfreue mich an dem, was ich erleben darf. Schnell kann unsere Aufmerksamkeit durch äußere Einflüsse in eine Richtung voller Angst, Hoffnungslosigkeit, Lethargie und Zweifel abdriften. Diesen Zustand lernte ich im ersten Lockdown kennen, durchlebte ihn und habe mich für einen anderen Weg entschieden.

4. Auf was freust du dich momentan besonders?

Ich freue mich auf den Frühling, auf einen Präsenz-Schulalltag für meine Kinder, die Wiedereröffnung des Studios und die Einweihung des neuen Yogaraums im ersten Stockwerk.

5. Was rätst du jemandem, der sich selbständig machen will?

Wenn du es nicht ausprobierst, wirst du nicht wissen, wie es sich anfühlt. Folge und vertraue deinem Herzen – es kennt den Weg!

6. Wie bist du denn zu Yoga gekommen?

Ich bin aus Neugier zum Yoga gekommen. Eine Freundin hatte eine Yogaausbilung absolviert und einen Schnupperkurs angeboten. Ich nahm teil und erlebte zum ersten Mal diese herrliche körperliche und geistige Kraft und zugleich Entspannung. Relativ zeitgleich eröffnete ein Studio in der Umgebung und ich begann, regelmäßig Kurse zu besuchen. Dies war der Beginn einer wundervollen Entdeckungsreise.

7. Wie kam es, dass du dein eigenes Studio ins Leben rufen wolltest? Wie hast du deinen Traum umgesetzt, ein Studio zu eröffnen?

Ganz ehrlich, es war meine Vision, vorherbestimmt und sollte so sein.

Ich träumte von einem Ort, an dem wir sein können wie wir sind, keine Rollen spielen brauchen, uns fallen lassen können und uns der Verbindung von uns selbst und allen sowie allem anderen wahrhaftig bewusst werden. Liebe Menschen und scheinbar zufällige Begegnungen haben mir dabei den Weg gewiesen. Türen haben sich nacheinander geöffnet und alles, was ich tun musste war, dankbar und mutig hindurchzugehen. Mein Mann war dabei mein größter Kritiker, Begleiter, Vertrauter und Unterstützer.

8. Was waren die wertvollsten Erfahrungen, die du mit Yoga gemacht hast?

Da fällt mir sofort die Zeit im Charity Club999 in London ein. Die Sozialstruktur in London ist anders als wir sie hier kennen und viele Menschen leben auf der Strasse. Es gibt Charityorganisationen in allen Vierteln der Stadt. Dort findest du neben freien Grundnahrungsmitteln liebe, kompetente Menschen, die dir z.B. bei einem Drogenentzug helfen. Jeder ist willkommen. Ich habe freitags dort mit einem Musikstudenten ein „Sing along“ veranstaltet. Wir sangen gemeinsam Lieder von den Beatles, Elvis Presley und Frank Sinatra, tanzten und waren glücklich. Danach ermutigte ich die Menschen vor Ort mit mir zusammen Yoga zu machen. Viele reagierten abweisend, doch einige waren neugierig und machten mit. Es waren alte, junge, dicke, dünne, introvertierte, extrovertierte, zugedröhnte, nüchterne, Männer und Frauen. Obwohl von außen betrachtet völlig unterschiedlich, erlebten wir einen Raum der absoluten Verbundenheit, der Dankbarkeit und des Friedens und manchmal fragte ich mich, wer eigentlich wen unterrichtet. Ich habe gelernt, dass Yoga nicht das bloße Ausführen von körperlichen Übungen ist, sondern vielmehr das Entdecken eines unendlich sicheren Raumes, einen Zustand von Freiheit, Gelassenheit und Frieden über die Grenzen von Herkunft, Sprache, Bildung, Alter und Aussehen hinweg.

Ich bin du und du bist ich – EINSsein – ja, das ist das Wertvollste für mich – es ist grenzenloses Sein.

9. Was waren die wertvollsten Erfahrungen, die du mit deiner Selbständigkeit und als Yogalehrerin gemacht hast?

Ich kann mich erinnern, dass ich nach der Eröffnung des Studios dachte, nun ganz viel und ganz toll durchstarten zu müssen, damit ich finanziell so schnell wie möglich unabhängig werde. Ich setzte mich dabei immens unter Druck und verkrampfte völlig. Mein Mann und meine geliebte Lehrerin und Freundin Swami Anasakti stauchten mich daher eines abends hart, aber bestimmend zusammen. Sie hielten mir vor Augen, was meine Beweggründe der Studioeröffnung gewesen waren, nämlich die Schaffung eines Raumes für uns Menschen, um mithilfe der Yogatradition einfach nur zu sein. Ich muss sagen, dass dieses Zusammenstauchen kurz schmerzte, aber schließlich sehr befreiend war.

So würde ich sagen, dass dies meine wertvollste Erfahrung mit der Selbständigkeit gewesen war:  Verliere deine Vision, deine Intention, deine Antriebskraft nicht aus den Augen! Und wenn doch, stolpere kurz, erkenne es und kehre dann zurück auf deinen Weg.

10. Warum ist Yoga so bereichernd und hilfreich?

Yoga erdet und lässt uns gleichzeitig wachsen. Jede Übung stärkt Körper und Geist und bringt Ruhe und Harmonie in all unsere Systeme. Körperliche Blockaden werden gelöst und mentale Klarheit trainiert. Dabei kann man Yoga nicht auf das Eine oder Andere begrenzen – seine Wirkung ist grenzenlos und für jeden, der sich auf das Atmen konzentriert, zu erfahren. Schon eine 5-minütige Atempraxis kann einen großen entspannenden Effekt auf den gesamten Organismus haben. Die Yogapraxis unterstützt uns dabei klar, stark, friedlich und ruhig durch das Leben zu wandern und all die Wunder, die wir entdecken können, wahrzunehmen. Sie verleiht uns die Fähigkeit, hinter den Schleier der Verblendung zu blicken, um das Wahrhaftige zu erkennen.

Das Werkzeug Yoga ermöglicht zu erleben. Seine Wirkung, seine Power kannst du jedoch nur entdecken, nur fühlen, wenn du es praktizierst.

Also, ein Leben ohne ist Yoga natürlich möglich, aber für mich ein wenig farbloser :-).

11. Welche Tipps hast du als erfahrene Yogalehrerin für jemanden, der sich überlegt, mit Yoga anzufangen, aber noch nicht den ersten Schritt gemacht hat?

Hör auf zu überlegen, leg jetzt los und lass dich von nichts verschrecken. Es gibt unzählige Yogalehrer und -stile. Machmal bedarf es ein wenig Geduld, die passende Praxis samt Lehrer zu finden.

Vertraue darauf, dass sich alles fügen wird, sobald du bereit bist.

12. Welche Auswirkungen hatte die Pandemie auf deine Tätigkeit? Wo waren auch Chancen?

Der regelmäßige Yogaunterricht im Studio ist natürlich völlig eingeschlafen, das Studio ungewohnt leer und die Stimmung abwartend.

Während ich im ersten Lockdown 2020 ein Mitgliederportal auf der YOGĀNANDA-Webseite erstellt hatte und diese regelmäßig mit kostenlosen Yogavideos bestückte, habe ich mich zu Beginn des zweiten Lockdowns für den Online-Unterricht via Zoom entschieden. Das Portal mit allen Yogavideos existiert weiterhin und nun haben wir die Möglichkeit, jede Woche online live oder 7 Tage lang gestreamt einen neuen themenbezogenen, inspirierenden Flow zu praktizieren. So kann die YOGĀNANDA-Family in Kontakt bleiben. Technisch konnte ich meine Fähigkeiten also auf jeden Fall verbessern. Ansonsten finde ich immer noch, dass kein Internetmedium den gemeinsamen Yogaunterricht im Studio ersetzen kann.

13. Welche Tipps hast du gegen den inneren Schweinehund?

Höre nicht auf deinen Kopf, der dir 1000 Gründe und Ausreden liefert, warum du dieses und jenes nicht tun solltest! Mach, was dein Herz dir sagt. Probiere ungewöhnliche Sachen aus, entdecke neue Wege und freue dich des Lebens, denn es ist ein Geschenk!

14. Welche Weisheit möchtest du Menschen mit auf den Weg geben?

Verbinde dich mit dem Rhythmus des Lebens und tanze zum Lied der Gelassenheit.

Lächele dabei, damit die Falten, die dein Gesicht funkeln lassen, fröhlich sein werden.

Und wenn du müde wirst, halte inne.

Lausche dem Klang deines Herzens, der zufrieden nachhallt.

Das ist ein kleines Gedicht, das mir spontan dazu aus dem Herzen, in den Kopf, durch die Finger, über die Tastatur in die E-Mail gewandert ist.

15. Was wünschst du uns für dieses Jahr und die Zukunft?

Ich wünsche uns, dass wir die Mauern aus Skepsis, Angst, Hass, Intoleranz und Zweifel, die wir in den letzen Monaten aufgebaut haben, allmählich einstürzen lassen und ein liebevolles, freies, ungezwungenes und respektvolles Miteinander wieder möglich sein wird.

Ausserdem wünsche ich mir von Herzen, dass niemand von uns vergisst, dass nichts selbstverständlich ist.

 

Liebe Larissa, ich danke dir sehr, dass du dir Zeit für die Antworten genommen hast. Und natürlich auch danke für deine positiven Vibes und Ideen. Außerdem möchte ich dir von Herzen für eure Vergrößerung gratulieren und wünsche dir, als Yogalehrerin, Studioinhaberin und natürlich einfach als Mensch weiterhin viel Erfolg! Namaste an dich und die Welt.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar