Tiny House: XXL-Urlaubs- und Lebenstraum 2022 mit 12 unschlagbaren Tipps plus Links

Tiny House aus Holz mit großer verspiegelter Glasfläche, versprüht Urlaubsfeeling im Grünen. © Copyright Kevin Rechsteiner 2019
© Copyright Kevin Rechsteiner 2019

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Tiny House ganz groß

Tiny Houses („winzige Häuser“) kommen gerade immer mehr groß raus! Sie bieten mit all ihren vielen Möglichkeiten auf kleinem Raum Unterkunft zum Leben oder für den Urlaub. Sie sind sozusagen der Urlaubstrend 2022 – und ein aktueller Wohntrend.

Hach, wäre es nicht genial, sich die Freiheit zu nehmen, einfach loszudüsen und wohnen zu können, wo man gerade mag? Ganz so einfach ist es mit der verkleinerten Lebensform leider nicht.

Und jetzt ist sie endlich da, die Urlaubszeit! Sicher hast du dich auch schon gefragt: Wann, wie und wenn ja, wohin in den Urlaub dieses Jahr? Willst du weiter weg oder doch lieber in der Nähe bleiben? Oder gar lieber etwas Ruhigeres in der Natur suchen? Weiter unten in diesem Blogartikel habe ich ein paar Links dazu angegeben.

Für diejenigen, die das Fernweh packt: Hier habe ich auch schon mal über Mauritius geschrieben und Helena von Hypnotized hat auch noch ein paar Tipps für Mauritius.

Einfach fesselnd

Und da mich das Thema „Tiny House“ sehr fasziniert, habe ich mir gedacht, meine Gedanken und Ideen dazu zu teilen. Bevor ich in eine Tiny-House ziehen würde, würde ich es natürlich vorher einmal testen.

Würde man wirklich in ein Tiny House ziehen, wäre das dann mit Ausmisten verbunden, da man ja viel weniger Platz haben würde. Das stelle ich mir einerseits befreiend vor, andererseits macht es mir auch Angst. Für eine Auszeit stelle ich mir es auf jeden Fall sehr spannend und toll vor! Sehr viel Respekt habe ich vor allen, die sich selbst den Traum von einem eigenen Tiny House verwirklicht haben!

Eine sehr wichtige Grundlage meines bisherigen Wissens darüber ist das Buch „Tiny House – Das große Handbuch“ (at Verlag, © 2020, 4. Auflage 2021) von Kevin Rechsteiner (siehe Link oben). Von dem Buch, das die Biografie von ganz unterschiedlich konzipierten Tiny Houses sehr ansprechend beschreibt, war ich total fasziniert. Ebenso von der Gestaltung des Buches, von den Geschichten und Fotos der Tiny-House-Besitzer, sowie von deren bemerkenswerten Erfahrungsberichten. Die Fülle an Möglichkeiten war mir gar nicht so bewusst. Und auch die persönlichen Lebensgeschichten und der Enthusiasmus haben mich gepackt.

Folgende Webseiten können weiterhelfen

Das Thema rund um Kleinstwohnformen ist sehr umfangreich. Hier kannst du dir weitere Infos suchen, auch was Hersteller angeht: www.tiny-house.de, www.tinyhouseforum.de, www.wohnwagon.at, www.kleinwohnformen.ch.

 

So groß kann ein Tiny House sein: Innenansicht eines ehemaligen Zirkuswagens

Gar nicht mini: Tiny House von innen: Ein renovierter Zirkuswagen. © Copyright Kevin Rechsteiner 2019
© Copyright Kevin Rechsteiner 2019

 

Besser mit genauem Plan

Wenn dich der Gedanke umtreibt, selbst ein Mini-Haus auf Rädern zu bauen, um es gar selbst (teilweise oder ganz) zu bewohnen oder um es zu vermieten, dann ist ein umfangreiches Praxisbuch sicher eine große Hilfe. Die Realisierung eines Tiny Houses sollte auf jeden Fall gut überlegt und geplant werden. Dazu zählt natürlich auch, sich mit den aktuellen Bauvorschriften und Satzungen genau auseinanderzusetzen.

Hinzu kommen die rechtlichen Vorschriften z.B. des Baurechts, das im Baugesetzbuch (BauGB) verankert ist oder das Gebäudeenergiegesetz.

Das Thema „Tiny House“ ist mittlerweile populär geworden. Die Umsetzung ist jedoch nicht unbedingt einfach, aber möglich.

Hier kommen 12 hilfreiche Tipps für Bauherren

  1. Ein bewegliches Tiny House ist kein Wohnwagen. Denn dieser gilt als temporär bewohnbares und mobiles Zuhause, das auf einem Campingplatz abgestellt wird. Im Gegensatz gelten Tiny Houses als echte Wohnalternative und gelten als Gebäude, nicht als Gefährt. (Siehe hierzu auch das Magazin „Das Haus“, Ausgabe LBS 5/2022, S. 40).
  2. Plane immer mehr Zeit ein als ursprünglich gedacht. Besonders wenn sich die Lieferung von Materialien verzögert, muss am besten vorher schon mit einem größeren Zeitfenster gerechnet haben.
  3. Um das Baurecht des jeweiligen Landes kommt niemand drumrum. Alle Tiny Houses sind z.B. in Deutschland genehmigungspflichtig.
  4. Eine professionelle Planung ist das A und O. Wer dann noch viel selbst machen kann oder Leute hat, die handwerklich gut sind, der hat natürlich gute Karten und einen großen Vorteil.
  5. Das Konzept ist äußerst wichtig, auf ihm „steht“ sozusagen das ganze Haus: Was will ich mit dem Haus, was wünsche ich mir, was ist mir wichtig, wo kann es stehen? Und auch sehr wichtig: Wie autark soll es sein? Der Standort ist nämlich auch ausschlaggebend für die Planung: Wie sollen Heizung, Kühlung und Lüftung aussehen? Und das hat auch wieder mit der Dachform zu tun. Möchte ich ein Gründach für das Mikrohaus, denn das kann auch gut für das Hausklima sein. Wie stelle ich mir den Kamin (innen/außen) vor, will ich eine Klimaanlage oder reicht ein Ventilator?
  6. Die Minihäuser werden von Bauämtern nicht als „fliegender Bau“ angesehen, da diese Wohnzwecke nicht mit einschließen. (Siehe das Magazin „Das Haus“, Ausgabe Hessen/Thüringen 12/2021, S.50).
  7. Ein Modell anzufertigen kann bei der Planung sehr nützlich sein.
  8. Einen Energieausweis braucht man nicht für ein Haus, das kleiner als 50 Quadratmeter ist.
  9. Die aktuellen Dämmwerte des Gebäudeenergiegesetzes für die Außenwand und für das Dach müssen eingehalten werden.
  10. Auch der eigene Transport des Minihauses unterliegt Vorschriften. Benötigt wird die Führerscheinklasse BE und man darf max. 3,5 Tonnen ziehen.
  11. Wenn das Haus auf ein Grundstück außerhalb der Gemeindegrenzen transportiert wird, so gilt dort auch das Baurecht (§35 BauGB). Laut dem Magazin „Das Haus“, Ausgabe Hessen/Thüringen 12/2021, S. 51, sieht dieser Paragraph viel strengere Vorschriften vor.
  12. Ein Budget ab 50.000 € für ein in Auftrag gegebenes Tiny Haus erscheint realistisch. Das hängt natürlich von Ausführung, Materialien und Zeitplan ab. Oftmals kommen jedoch Lieferverzögerungen und auch Unvorhergesehenes hinzu. Diese Kalkulation beruht auf Kevin Rechsteiners Buch, das ich oben erwähnt habe (S. 182). Er beschreibt auch, dass ein Budget von „nur“ 18.000 € erreicht werden kann, wenn alles komplett in Eigenleistung gebaut wird.

 

Umgeben von Bäumen: 7 x 2,55 x 4 Meter Marke Eigenbau!

Tiny House mit geteiltem Dach und Holz.© Copyright Kevin Rechsteiner 2019
© Copyright Kevin Rechsteiner 2019

 

Nähere Infos zum Bau dieses Tiny Houses findest du unter: www.tiny-house-projekt.ch.

Die Bauherrin Fiona hat ihren Traum vom Tiny House neben dem Studium verwirklicht.

Sie schreibt: „Seit dem 24. November 2016 habe ich 286 Stunden am Tiny House gebaut, cicra 1 Tag pro Woche für Bestellungen, Offerten, Recherche und Transporte verwendet, bin an 68 Tagen draußen beim Tiny House am Werkeln gewesen, habe pro Bautag durchschnittlich etwas mehr als 4 Stunden gebaute, habe im Durchschnitt immer zu zweit am Tiny House gearbeitet, konnte auf die unglaublich geschätzte Hilfe von 31 Freunden und Freundinnen, alten und neuen Bekannten zählen, habe laut meiner Excel-Tabelle 23197,31 Franken dafür ausgegeben (ein paar Autofahrten und vor allem die Stellplatzmiete noch nicht eingerechnet), habe schließlich zu meiner Freude viele Mails und Besuche von interessierten Menschen bekommen“ (Siehe https://www.tiny-house-projekt.ch/2017/11/25/1-jahr-tiny-house-projekt/).

Urlaubstrend Tiny House: 6 ausgewählte Urlaubsadressen für Tiny House-Fans

1. Bayern: Naturzimmer „Max“, Büffelhof: http://www.bueffelhof-beuerbach.de, Kosten ca. 100 € / Nacht.

2. Schleswig-Holstein: Schäferwagen ab 57 € / Nacht, Zirkuswagen ab 65 € / Nacht in Waabs, https://camp-langholz.de/.

3. Baden-Württemberg, Schwarzwald: Holziglu in Form eines abgerundeten Wohnwagons, mit Frühstück ca. 139 € / Nacht, https://www.winterberghof.de/.

4. Sachsen, Vogtland: Container-Tiny-House für Design-Fans, ab 95 € / Nacht, https://www.berg-heim.de.

5. Rheinland-Pfalz, Mosel: Winzerhäuschen aus Stein, ab 85 € / Nacht, https://www.longen-schloeder.de/winzerhauschen-weingut-gaestezimmer-uebernachten-urlaub-mosel/.

6. In Europa (und natürlich auch in anderen Teilen der Welt gibt es sie selbstverständlich auch), die unsagbar vielseitigen Mini-Wohnmöglichkeiten. Ob ein „Luftschiff“, eine Hütte oder ein „klassisches Tiny House“. Hier eine kleine Auswahl: Schweiz: https://www.camping-flims.ch/podhouses-mietunterkunft/, Schottlandhttps://www.airbnb.de/rooms/plus/19997279?adults=2&children=0&infants=0&check_in=2023-03-11&check_out=2023-03-18&federated_search_id=f04cba2f-cf6b-48c3-9757-531affec9e49&source_impression_id=p3_1656161685_HHB7GRuiv8nyTAZT, Schweden: buchbar über: https://www.naturhaeuschen.de/.

Auch wenn Vieles nicht einfach ist: Es ist möglich, und das beweist ja u.a. auch das Buch und die doch recht umfangreichen Urlaubsangebote weltweit rund um das Thema „Miniwohnen“, dass diese Wohnform realisierbar is. Und viele eigene Wünsche und sogar Träume damit umgesetzt werden können. Auch die Tatsache, dass viele Tiny Houses in der Natur stehen, ermöglicht sicher ein besonderes Urlaubserlebnis mit wertvoller Ich-Zeit mit einem vermutlich bleibenden Eindruck von „Downsizing„, also sich Verkleinern.

Vielleicht hast du ja jetzt auch Lust bekommen, in einem Tiny oder Mikro-House Urlaub zu machen oder gar eins zu bauen bzw. zu kaufen. Ich möchte das im Urlaub auf jeden Fall einmal ausprobieren! Wer weiß, vielleicht kommt man ja zurück und plant tatsächlich den Bau eines Minihauses auf Rädern.

Vielen, vielen herzlichen Dank an Kevin Rechsteiner für die Zurverfügungstellung der Fotos. Ich weiß das sehr zu schätzen! Er wohnt übrigens selber in dem umgebauten Zirkuswagen (Foto oben).

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Tobias

    Sehr umfangreicher und ausführlicher Artikel zum Thema. Gibt einen guten Überblick!

    1. Bettina K.

      Hallo lieber Tobias,

      ich danke dir, das freut mich sehr!
      Liebe Grüße,
      Bettina

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