Mindful Style oder wohin gehst du, Mode?

Klassische alte und neue Fashionaccessoires in Schwarz und Braun: Geldbörse, Tasche, Schal und Handschuhe. © Copyright Bettina Katscher 2021
© Copyright Bettina Katscher 2021

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You are who you say you are

Das war ein Werbespruch vor vielen Jahren, den ich in San Francisco an einer Bushaltestelle entdeckt hatte. Davon habe ich ein Foto gemacht und das Foto habe ich auch immer noch. Übersetzt würde es in etwa bedeuten: Du bist der, der du sagst, der du bist. Hört sich finde ich etwas sperrig an, deshalb mag ich die englische Variante lieber. Sprich: Das, was wir nach Außen zeigen, sind wir eben auch.

Was ist Mode denn für dich? Hat sich deren Bedeutung für dich auch im Laufe der Zeit verändert? Was Mode und Fashion heute alles beinhalten kann, darüber schreibe ich heute in diesem Blogbeitrag.

Ich hatte schon mal im Blogpost “Über den Blog” darüber geschrieben, was Mode im weiteren Sinne sein kann und was sie bedeutet.

Ganz archaisch ausgedrückt, ist Kleidung Schutz vor Kälte und Hitze. Sie hat immer eine Aussage . Mode ist genau das, sie ist eben mehr als Kleidung. Und darüber hinaus eben eine Hülle, die etwas von unserem Inneren nach Außen trägt. Du kennst das sicher, Rot kann man nur tragen, wenn man sich richtig super fühlt. Und sicher hast du es auch schon erlebt, dass du bestimmte Muster oder Formen von Kleidungsstücken oder Accessoires mal besonders toll findest und manchmal etwas anderes bevorzugst.

Veränderung als Konstante

Ja, unser Gehirn ist ein Gewohnheitstier und möchte erstmal keine Veränderung. Weil die nämlich Angst macht. Aber Veränderungen gehören zum Leben dazu wie die Luft zum Atmen. Im Prinzip hat alles eine Bedeutung und Kleidung ist heute ja auch durchaus politisch. Auch mit Selbst-Bewusstsein hat Fashion sehr viel zu tun. Zudem muss sie heute ganz andere Anforderungen erfüllen als noch vor zehn Jahren. Das hat auch mit der veränderten Konsumentenrolle zu tun. Käufer oder Konsumenten haben heute mehr Entscheidungsmacht und Mitspracherecht, wohin sich Trends entwickeln können. Styling kann auch deshalb als eine Art von Selbstermächtigung verstanden werden.

Das letzte Jahr hat uns einfach gezeigt, wie wichtig Werte sind. Dazu zählen Zeit, Verantwortung zu Zugehörigkeit. Dafür wurden wir wieder sensibilisiert. Und dazu gehört auch Mode, weil wir uns vermehrt fragen, wie wir sie nachhaltiger gestalten können. Hier kannst du einen Blogpost auf meinem Blog lesen.

Wertschätzung als Motor

Auch das ist ein wichtiger Punkt, wenn es um Fashion und Styles geht. In meinem Blog geht es genau um das! Wir posten deshalb oft Pieces, die wir vorher schon mal für ein Styling verwendet haben um zu zeigen, wie du Alt und Neu super zusammen kombinieren kannst. Denn es gibt ja auch Teile, die man unbedingt auch noch nach Jahren tragen möchte und die einem einfach gut tun. Wohlfühlen und sich dadurch in seiner äußeren Hülle gut aufgehoben fühlen spielen heute eine große Rolle. Wir kaufen nicht einfach ein Paar Schuhe, sondern es steht eben auch eine persönliche Entscheidung dahinter: Wo kaufe ich sie, welches Material wähle ich, welche Preisklasse kommt in Frage?

Es ist einfach schön, Erbstücke zu tragen – und dabei auch noch “in” zu sein. Beispielsweise habe ich von meiner Oma mehrere Stücke, z.T. handgeamcht und ich liebe sie! Und das Schönste ist für mich, wenn ich darauf angesprochen werde und Leute wissen möchten, wo ich z.B. einen Schal oder eine Stola gekauft habe. Klassische Pieces spielen in meinem Blog eine große Rolle.

Sollte einmal ein Stück defekt sein, Löcher haben oder gereinigt werden müssen, ich kann nur sagen: Reparieren lohnt sich im doppelten Sinne, Stichwort Kunststopfen, Lederreinigung, Schuster & Co.

Da bin ich schon beim nächsten Thema: Mode muss wieder mehr wertgeschätzt werden! Alles wird irgendwo hergestellt, von Menschen, es werden Ressourcen eingesetzt (und leider auch oft verschleudert) und wir können mit Kleidung/Fashion/Mode ein Statement setzen. Tech Down schont Tiere, hat aber natürlich den Nachteil, dass es eben doch Kunstfasern sind. Also müssen wir abwägen, was uns wichtiger oder vertretbarer scheint. Hinterfragen ist die Voraussetzung, um etwas Neues zu schaffen, weil alte Strukturen vielleicht nicht mehr so richtig zu einem selbst passen.

Potenzial Mode

Natürlich kann Mode viel verändern, für jeden auf ganz persönlicher Ebene. Wer sich eine neue Garderobe zulegt und damit möglicherweise sogar ein neues Ich entdeckt, der zeigt Mut. Außerdem kann ich mir mit Fashion selbst treu bleiben und gleichzeitig auch etwas Neues wagen. Inneres und Äußeres als ein harmonisches Gesamtbild zu betrachten stärkt uns und steht für Authentizität. Pioniergeist gewünscht? Probier doch einfach mal etwas für dich total Außergewöhnliches. Mode und Style schaffen es, dass wir uns auch an Tagen, an denen man eben mal nicht die Welt umarmen könnte, stilsicher durch eben diese zu gehen. Das schafft innere Sicherheit. Auch Rituale tragen dazu bei. Wenn zusätzlich noch unsere Pieces nicht an Wert verlieren, entweder finanziell, ideell oder mental, so gibt das ebenfalls Sicherheit.

Heute wollen wir uns informieren, wo Kleidung herkommt, aus welchen Materialien sie hergestellt ist usw. Ein neues Bewusst-Sein ist so entstanden.

Mode und bewusst kleiden ist eben nicht oberflächlich. Alt und Neu können spannende Synergieeffekte schaffen. Die Vogue hat kürzlich online einen schönen, wenn auch polarisierenden Satz veröffentlicht, der nachdenklich macht: “Über eines sind sich aber alle einig: Mode ist nicht tragbar – Mode trägt bei – zu einer Zukunft, die sich – wenn wir es richtig machen – sehen lassen kann.” (https://www.vogue.de/mode/artikel/fashion-talks-antwerpen).

 

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Njillan

    Das sieht so toll aus!!

    1. Bettina K.

      Liebe Njillan,

      danke dir nochmal für deinen Kommentar. Habe mein neues Fotozelt benutzt :-).
      Liebe Grüße,
      Bettina

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